Eine Ellenbogenluxation entsteht, wenn das Ellenbogengelenk durch starke Krafteinwirkung oder einen Sturz aus seiner normalen Position gerät. Dabei können Bänder, Nerven und Blutgefäße verletzt werden, was zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. In vielen Fällen ist eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig, um das Gelenk wieder einzurenken und Folgeschäden zu vermeiden.
Häufige Ursachen sind Stürze mit abgespreiztem Arm, Sportunfälle oder Unfälle im Alltag. Die Symptome sind meist eindeutig: eine sichtbare Fehlstellung des Ellenbogens, starke Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Eine Luxation sollte nie eigenständig eingerenkt werden – stattdessen sind Schonung, Kühlung und eine rasche ärztliche Versorgung entscheidend.
Die Behandlung hängt von der Schwere der Verletzung ab. In vielen Fällen reicht eine Reposition durch den Arzt mit anschließender Stabilisierung des Gelenks. Besteht eine zusätzliche Schädigung an Bändern oder Knochen, kann eine Operation erforderlich sein. Nach der Behandlung sind Physiotherapie und gezielte Übungen wichtig, um die Beweglichkeit wiederherzustellen und einer erneuten Ellenbogeninstabilität vorzubeugen.
Das Ellenbogengelenk ist ein Scharniergelenk, das durch das Zusammenspiel von Oberarmknochen (Humerus), Elle und Speiche Beweglichkeit und Stabilität ermöglicht. Es wird zusätzlich durch Bänder, Muskeln und die Gelenkkapsel gestützt. Eine Ellenbogenluxation tritt auf, wenn das Gelenk durch eine starke Krafteinwirkung aus seiner normalen Position gedrängt wird.
Luxationsart | Beschreibung | Behandlung |
---|---|---|
Vollständige Luxation | Das Gelenk ist komplett ausgekugelt, alle Gelenkteile haben ihren Kontakt verloren. | Muss von einem Arzt eingerenkt werden, oft mit Ruhigstellung. |
Unvollständige Luxation (Subluxation) | Das Gelenk ist nur teilweise verschoben, einige Strukturen bleiben in Kontakt. | Kann sich in leichten Fällen teilweise von selbst zurückbilden, meist Stabilisierung notwendig. |
Luxationsfraktur | Luxation mit begleitendem Knochenbruch (z. B. Elle oder Oberarmknochen betroffen). | Häufig operative Versorgung nötig, um die Knochenfragmente zu stabilisieren. |
Da eine Ellenbogenluxation oft mit Verletzungen der Bänder, Nerven oder Blutgefäße einhergeht, sollte sie unbedingt ärztlich behandelt werden. Besonders problematisch ist, wenn durch die Luxation Blutzufuhr oder Nervenleitfähigkeit gestört sind – in solchen Fällen drohen dauerhafte Schäden.
➡ Wichtig: Eine Luxation sollte niemals eigenständig eingerenkt werden! Das Risiko, Nerven oder Blutgefäße zu schädigen, ist hoch. Stattdessen sollte der Arm ruhiggestellt und eine sofortige ärztliche Versorgung erfolgen.
Eine Ellenbogenluxation entsteht meist durch eine plötzliche Krafteinwirkung, die das Gelenk aus seiner stabilen Position drückt. Besonders gefährdet sind Sportler, Kinder und Menschen mit schwachen Bändern oder früheren Verletzungen.
Bei Kindern kommt es häufiger zu einer Ellenbogenluxation, da ihre Bänder und Gelenkkapseln noch nicht vollständig entwickelt sind. Eine häufige Sonderform ist das Phonation-Dolorosa-Syndrom („Kindermädchen-Ellenbogen“) , das durch einen ruckartigen Zug am Arm entsteht – etwa wenn ein Kind an der Hand hochgezogen wird. Dabei kann sich der Radiuskopf (ein Teil der Speiche) aus seiner Position lösen, was zu starken Schmerzen und einer Bewegungseinschränkung führt.
➡ Achtung: Auch wenn die Schmerzen nach einem Sturz oder Zug am Arm zunächst nachlassen, sollte ein Arzt die Stabilität des Ellenbogens prüfen, um Folgeschäden zu vermeiden.
Eine Ellenbogenluxation ist meist sofort erkennbar. Das Gelenk steht in einer ungewöhnlichen Position, lässt sich kaum noch bewegen und verursacht starke Schmerzen. Oft treten Schwellungen und Rötungen auf, da das Gewebe rund um den Ellenbogen gereizt oder entzündet ist. Manche Betroffene spüren ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl, was auf eine mögliche Nervenverletzung hinweisen kann. In schweren Fällen kann eine Durchblutungsstörung auftreten, erkennbar an einer blassen oder kalten Hand.
Bleibt die Luxation unbehandelt, kann sie dauerhafte Schäden hinterlassen. Gerissene Bänder führen häufig zu einer chronischen Ellenbogeninstabilität, während eine zusätzliche Fraktur von Elle, Speiche oder Oberarmknochen das Gelenk langfristig beeinträchtigen kann. Besonders problematisch sind Verletzungen der Nerven, da sie Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche verursachen können.
Auch sekundäre Entzündungen, wie eine Schleimbeutelentzündung, können sich infolge einer Ellenbogenluxation entwickeln.
➡ Wichtig: Falls Taubheitsgefühle oder eine auffällige Blässe der Hand auftreten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eine Schädigung von Nerven oder Blutgefäßen muss unbedingt ausgeschlossen werden.
Eine Ellenbogenluxation ist eine schwerwiegende Ausrenkung des Gelenks, die umgehend behandelt werden muss. Wer nach einem Sturz oder einer plötzlichen Verdrehung des Arms starke Schmerzen verspürt und den Arm nicht mehr abwinkeln oder strecken kann, sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. In vielen Fällen ist das Gelenk sichtbar deformiert, und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch Seitenbänder, Nerven oder Unterarmknochen betroffen sind.
1️⃣ Ruhigstellen: Den Oberarm und Unterarm stabilisieren, ohne den Ellenbogen zu bewegen. Eine Schlinge oder ein Tuch kann helfen, das Gelenk ruhig zu halten.
2️⃣ Nicht selbst einrenken: Der Versuch, die Luxation eigenständig zurückzusetzen, kann die Seitenbänder oder den Unterarmknochen weiter schädigen. Nur ein Arzt sollte das Gelenk repositionieren.
3️⃣ Kühlen gegen Schwellung: Eine Kühlkompresse oder ein in ein Tuch gewickeltes Eispack hilft, Schmerzen zu lindern und die Schwellung zu reduzieren. Direktes Auflegen von Eis auf die Haut vermeiden!
4️⃣ Arm hochlagern: Falls möglich, den Unterarm leicht anheben, um die Durchblutung zu unterstützen und eine weitere Schwellung zu verhindern.
5️⃣ Schnellstmöglich zum Arzt oder Notruf wählen: Besonders wenn das Ende des Unterarms verdreht aussieht oder die Beweglichkeit stark eingeschränkt ist, sollte sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Nach einer Ellenbogenluxation ist die schnelle Reposition (Einrenkung) des Gelenks die wichtigste Maßnahme. Dies erfolgt unter Schmerzmedikation oder Kurznarkose, um die Muskulatur zu entspannen und das Gelenk möglichst schonend wieder in die richtige Position zu bringen. Der Arzt führt gezielte Bewegungen durch, um die Gelenkteile von Oberarm, Elle und Speiche wieder korrekt auszurichten. Oft signalisiert ein hörbares „Klicken“, dass der Ellenbogen wieder an seinem Platz ist.
Sobald das Gelenk eingerenkt wurde, wird der Ellenbogen für einige Zeit ruhiggestellt. Je nach Schwere der Verletzung erfolgt dies mit einer Schiene oder einer Ellenbogen-Orthese, um eine erneute Luxation zu vermeiden und die Bänder sowie Weichteile zu entlasten. Die Ruhigstellung dauert in der Regel zwei bis drei Wochen, um dem Gewebe ausreichend Zeit zur Heilung zu geben.
Begleitverletzungen wie Bänderrisse oder Knochenbrüche können eine weiterführende Behandlung erfordern. In schweren Fällen ist eine Operation notwendig, um gerissene Seitenbänder zu rekonstruieren oder Frakturen zu stabilisieren. Nach einer Operation ist eine längere Ruhigstellung erforderlich, gefolgt von einer gezielten physiotherapeutischen Rehabilitation, um die Beweglichkeit des Ellenbogens wiederherzustellen.
Die Heilung nach einer Ellenbogenluxation erfordert Geduld und eine gezielte physiotherapeutische Nachbehandlung, um das Gelenk wieder stabil und belastbar zu machen. In unkomplizierten Fällen kann der Ellenbogen nach zwei bis drei Wochen Ruhigstellung langsam wieder bewegt werden. Eine zu frühe oder unsachgemäße Belastung kann jedoch das Risiko einer erneuten Luxation erhöhen.
Die Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle, um die Beweglichkeit schrittweise zurückzuerlangen und einer Versteifung des Gelenks entgegenzuwirken. Anfangs stehen sanfte Mobilisationsübungen im Vordergrund, um das Gelenk ohne Belastung wieder an Bewegung zu gewöhnen. Anschließend folgen Kräftigungsübungen, die speziell darauf abzielen, die Stabilität der Bänder und Muskeln zu verbessern.
Besonders wichtig ist ein individuell abgestimmtes Trainingsprogramm, das Fehlbelastungen vermeidet und das Gelenk nicht überfordert. Patienten mit einer verbleibenden Instabilität profitieren oft von einer langfristigen physiotherapeutischen Betreuung, um das Risiko erneuter Luxationen zu minimieren.
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